Wushu fasst alle chinesischen Kampfkünste unter einem Wort zusammen.
Wer die Welt des Wushu betritt, lernt seinen Körper kennen, lernt verschiedene Kampftechniken, lernt seine Gesundheit zu stärken und Körper und Geist zu harmonisieren.
Ziel beim Wushu ist es, nicht nur einen Gegner, sondern vor allem sich selbst zu überwinden. Bevor du lernen kannst, einen Gegner zu besiegen, musst du zuerst an Deinen Schwächen und Stärken arbeiten.
Und ja – wie auch beim Erlernen einer neuen Sprache, eines Musikinstruments, einer Sportart oder handwerklichen Fertigkeit ist auch das Erlernen des Wushu ein Weg. Oft ist dieser Weg steil, felsig, selten geradeaus – aber Schritt für Schritt kommst du höher, und dein Blick weitet sich. Dabei stärkst du deine Beharrlichkeit, deine Geduld und deinen Willen – und bist immer bei dir, konzentriert, bewusst und reflektiert.
So feilst du bei uns zusammen mit deinem Wushu-Meister und deinen Wushu-Lehrer/-innen an deinem Charakter und pflegst und kultivierst deinen Körper. Im Chinesischen nennt man dies „Xiushen yangxing“. Dabei nimmst du auch Impulse auf von Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus.
Bist du bereit für deinen Wushu-Weg? Er liegt vor dir – und in dir.
Was ist Wushu?
Wushu (wörtlich Kampfkunst) ist eine traditionelle chinesische Sportart und der Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste. Laut der Wushu-Enzyklopädie Zhongguo Wushu baike quanshu gibt es in China 129 eingetragene Stile. Der bei uns im Westen gängige Begriff Kungfu (Gongfu) ist in China weniger üblich, da sich Kungfu nicht nur auf die Kampfkünste beziehen kann, sondern ganz generell eine hervorragende Fertigkeit oder ein meisterliches Können in etwas bezeichnet.
Wushu hingegen beinhaltet bereits in seiner Zeichendarstellung einen Bezug zum Kampf. Das Zeichen für Wu bedeutet Kampf/kämpferisch und wurde im alten China oft im Zusammenhang mit kriegerischen und militärischen Aktivitäten verwendet. Shu kann mit Kunstfertigkeit, Technik oder Kunst übersetzt werden. Demnach bezeichnet Wushu die Technik des Kampfes, kurz die Kampfkunst.
Wushu – mehr als bloßes Kämpfen
Wushu ist nicht nur Kampfkunst, sondern auch eine Methode zur Gesunderhaltung und Stärkung von Körper und Geist. Betont wird im Gegensatz zu den westlichen Sport- und Kampftechniken das Zusammenspiel von Innen und Außen, also von geistigen und körperlichen Techniken. Die chinesischen Kampfkünste erlangten aufgrund ihrer kulturspezifischen Prägung, wie zum Beispiel dem Ganzheitsgedanken, eine Multifunktionalität, die in keiner anderen Kampfkunst zu finden ist. Dies führte dazu, dass sich Wushu im Laufe der Jahrhunderte über das ursprüngliche Ziel der Entwicklung effektiver Kampftechniken hinaus, weiterentwickelte, zu einer auf Selbstkultivierung ausgerichteten Lebensweise, in der auch die Gesundheit und die Harmonisierung von Körper und Geist betont werden.
Betrachtet man die Geschichte der chinesischen Kampfkünste, so wurde nicht immer der Begriff Wushu verwendet. In der Frühlings- und Herbstperiode (722–220 v. Chr.) bezeichnete man alle kämpferischen Aktivitäten als Jiji (Kampftechniken). Von der Späteren Han-Dynastie (24–220 n. Chr.) bis zum Ende der Ming-Dynastie (1368–1644) sprach man von Wuyi (die Kunst zu kämpfen). Im 17./18. Jahrhundert, zu Anfang der Qing-Dynastie, griff man auf den Begriff Wushu zurück, der bereits zur Zeit der nördlichen und südlichen Dynastien (420–589 n. Chr.) in den Hofannalen auftauchte. Während der Republikgründung 1911 wurde unter der Guomingdang der Name Guoshu (nationale Kunst) eingeführt, der in Taiwan bis heute erhalten blieb. Tatsächlich war auch Gongfu bereits zu dieser Zeit in südlichen Teilen Chinas ein gängiger Begriff. Seit 1949 verwendet man in der VR-China wieder den Begriff Wushu, der bis heute Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkunststile ist.
Eine Einteilung in „traditionelles Wushu“, „modernes Wushu“ (etwa ab der 1950er Jahre) und „athletisches Wettkampf-Wushu“ (seit ca. 2000) scheint sinnvoll, um Missverständnissen vorzubeugen, in denen Wushu immer nur mit dem athletischen Wettkampf-Wushu in Verbindung gebracht wird.






Die Kampfkunsttugend Wude
Der Begriff Wude setzt sich zusammen aus Wushu und DaoDe, was mit Tugend oder Moral übersetzt werden kann. Wude steht demnach für die Kampfkunsttugend. Im Lauf der Geschichte wurde diese Forderung nach moralischer Integrität des Kämpfers unterschiedlich ausformuliert und in Listen abgefasst. Der folgende, heute noch aktuelle Tugendkatalog nennt die bereits zwei Jahrtausende alten konfuzianischen Kardinaltugenden und fügt ihnen den für den Kämpfer unerlässlichen Mut hinzu:
Ren
Mitmenschlichkeit, Liebe und Nächstenliebe
Yi
Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Fairness
Li
Absolute Loyalität gegenüber dem Lehrmeister, Respekt, Höflichkeit
Zhi
Wissen, Verstand, Bildung und Weiterbildung
Xin
Vertrauen, Selbstvertrauen, Ehrlichkeit, Versprechen einhalten
Yong
Mut, Tapferkeit und Sicherheit einsetzen für seine Schule
Wer die chinesischen Kampfkünste erlernen möchte, muss auch die Kampfkunsttugend verinnerlichen. Es ist wie mit allen Dingen, die man richtig erlernen will: Man benötigt Geduld, Beharrlichkeit, einen starken Willen, Disziplin und einen guten Lehrer.
Baoquan Li – Der Gruß
Die Begrüßung mit Handfläche und Faust, die zu Beginn und zum Abschluss des Wushu-Trainings üblich ist, wird im Chinesischen als `Baoquan Li´ bezeichnet, wörtlich „Die Faust umfassen”. Damit wird der Respekt gegenüber der anderen Person ausgedrückt. Die rechte Faust steht für Yang, den Ausdruck von aktiver, angreifender Kraft. Sie wird auf das „Herz” der linken Hand gelegt, die wiederum für Yin und die Verteidigung und Abwehr steht. Die Hände werden in etwa 20–30 cm Entfernung vor der Brust gehalten und der Blick ist nach vorne gerichtet.
„Der Meister führt Dich zum Tor und lässt Dich eintreten, [das, was hinter dem Tor liegt, nämlich] die Vervollkommnung des eigenen Charakters und die Perfektionierung der Kampfkunsttechnik liegt jedoch an Dir selbst.“
Chinesisches Kampfkunstsprichwort
Original: 师父领进门,修性[德和艺] 在自身。
Wushu und Gesundheit
Regelmäßiges und vernünftiges Wushu-Training unter Anleitung erfahrener Lehrer kann Deinen gesundheitlichen Zustand erheblich verbessern. Die Gelenke, Sehnen und der Körper insgesamt werden an Gelenkigkeit, Geschmeidigkeit, Elastizität und Stärke gewinnen. Muskeln werden aufgebaut und Gleichgewichts-, Energie-, Konzentrations-, Sprung- und Standvermögen werden zunehmen. Das Gedächtnis und die richtige Atmung werden geschult und das vegetative Nervensystem wird positiv beeinflusst.
Wenn das Training zur Gewohnheit geworden ist, …
- stärkt es den ganzen Körper und die Widerstandskraft
- wird die Durchblutung verbessert und das Lungenvolumen vergrößert
- wird die Funktion der inneren Organe gefördert
- hilft es Körper und Geist zu harmonisieren und macht geschmeidig
- erhöht es die Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit
- verbessert es die Kommunikation zwischen rechter und linker Gehirnhälfte und steigert die Gehirnaktivität
- sensibilisiert es deine Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit
- stärkt es das Selbstbewusstsein und hilft, sich im Notfall verteidigen zu können
- bereichert es das alltägliche Leben und lässt Freundschaften entstehen
Wushu und Olympia
Unter diesem Punkt findet man Auszüge eines Vortrags, der anlässlich der 850-jährigen Stadtgründungsfeier der Stadt München am 11. Juli 2008 von den Sinologinnen Dr. Irmgard Enzinger und Dr. Caroline Roblitschka gehalten wurden.
- Wie auch in anderen Kulturen, so hatten die chinesischen Kampfkünste ihren Ursprung in der Jagd und im Kampf ums blanke Überleben. Mit dem Zerfall der feudalen Strukturen in der Zeit der Streitenden Reiche (775–221 v. Chr.) verloren zahlreiche Generäle und Militärberater der früheren Feudalherren ihre Positionen. Sie wurden zu einer Klasse wandernder Krieger, die sich zunehmend mit dem einfachen Volk vermischten. Dadurch fanden die Kampfkünste nun auch Eingang in die Gesellschaft. Es ist anzunehmen, dass hier der Grundstein für das volkstümliche Wushu gelegt wurde.Entstehung von zwei Zweigen:
1. das militärisches Wushu (Junshi/Junlü Wushu) und
2. das volkstümliche Wushu (Minjian Wushu), das insbesondere seit der Song-Dynastie Auftrieb erfuhr. - Hauptinhalte des Wushu:
1. Techniken die ausschließlich dem Kampf und der Selbstverteidigung dienen (sanshou),
2. Kampftechniken mit oder ohne Waffen, die in Bewegungsabfolgen geübt und dargestellt werden (taolu yundong),
3. Methoden, die der Abhärtung des Körpers dienen (gongfa).Wushu beinhaltet sowohl Nord- und Südstile als auch so genannte innere und äußere Stile. Dabei ist eine Trennung von inneren und äußeren Stilen nicht immer klar gegeben. Diese Thematik bietet heutzutage in China viel Stoff für wissenschaftliche Diskussionen. Eine Einteilung in „traditionelles Wushu“, „modernes Wushu“ (etwa ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts) und „athletisches Sport-Wushu“ (seit dem Ende des 20. Jahrhunderts) scheint hier sinnvoll, um Missverständnissen vorzubeugen, in denen Wushu immer nur mit dem athletischen Sport-Wushu in Verbindung gebracht wird. - Dass sich die chinesischen Kampfkünste im Laufe der Geschichte zu einem so hoch entwickelten und vielseitigen Kampfsystem entwickeln konnten, hängt mit vielen begünstigenden und kulturspezifischen Faktoren zusammen. Wushu nicht nur Kampfkunst, sondern auch Methode zur Gesunderhaltung von Körper und Geist. Betont wird im Gegensatz zu den westlichen Sport- und Kampftechniken das Zusammenspiel von Innen und Außen, also von geistigen und körperlichen Techniken. Die chinesischen Kampfkünste erlangten aufgrund ihrer kulturspezifischen Prägung, wie z.B: dem Ganzheitsgedanken, eine Multifunktionalität, die in keiner anderen Kampfkunst zu finden ist. Diese Multifunktionalität führte dazu, dass sich Wushu im Laufe der Jahrhunderte über das ursprüngliche Ziel der Entwicklung effektiver Kampftechniken hinaus entwickelte, zu einer auf Selbstkultivierung ausgerichteten Lebensweise, in der Gesundheit und Kultivierung beziehungsweise Harmonisierung von Körper und Geist (xiushen yangxing) im Mittelpunkt stehen.
Die traditionellen Kampfkünste (Wushu) wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in China als Volksschatz und Kulturerbe wieder entdeckt. In den 1950er Jahren wurde daher von der Regierung der Volksrepublik China ein Sportverband gegründet, in dem viele Wushu-Meister mitwirken sollten, um einen Kanon von Standardformen und Kategorien der Kampfkünste zu entwickeln.
- 1985 beschließt die Chinese Wushu Association, die im Übrigen bereits seit 1958 existiert, eine vorläufige Internationale Wushu Federation unter Aufsicht der State Physical Culture and Sports Commission einzuberufen.
- 1985 Gründung der European Wushu Federation (EWuF) in Bologna, Italien. Die ersten europäischen Mitgliedsstaaten waren, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, die Niederlande, Schweden, Norwegen und Italien.
- 1988 Gründung der DWF (Deutsche Wushu Federation)
- 1990 offizielle Gründung der International Wushu Federation (IWUF) in Beijing, nach
5 Jahren Vorbereitungszeit.
Ziel war von Anfang an die Anerkennung des Wushu als olympische Disziplin.
Seit 1991 richtet die IWUF alle 2 Jahre Wushu-Weltmeisterschaften aus.
Bei der 1. Weltmeisterschaft nahmen 40 Länder teil.
Mittlerweile hat die IWUF 119 Mitgliedsstaaten aus allen 5 Kontinenten.
Die IWUF ist mittlerweile zur größten Kampfsportorganisation weltweit angewachsen.
1994 wurde die IWUF in Monaco von der GAISF (General Association of International Sports Federations) als offizielles Mitglied aufgenommen. Die GAISF ist die Dachorganisation aller Sportverbände weltweit. Insgesamt gehören ihr 106 Organisationen an (Stand 2007), darunter Sportfachverbände (wie die IAAF oder die FIFA). - Auch die Deutsche Wushu Federation DWF e.V. – der offizielle deutsche Spitzenfachverband für chinesische Kampfkünste und Gesundheitssport mit internationaler Anerkennung – ist Mitglied der International Wushu Federation IWUF.
- Am 5.Juni 1988 wurde in Wellington, Neuseeland die Asien-Pazifik-Wushu-Federation gegründet. => Voraussetzungen erfüllt, damit sich Wushu als olympische Disziplin bewerben konnte. (auf 4 Kontinenten muss es offizielle Federations geben).
- 1908 wurden die Olympischen Spiele in erstmals in einer chinesischen Zeitschrift erwähnt Bereits im Jahr 1922 wurde Wang Zhengting erstes chinesisches IOC-Mitglied, 1928 entsandte China den ersten Beobachter zu den Spielen nach Amsterdam. 1932 wurde erstmalig eine fünfköpfige Sportlerdelegation zu den Spielen nach Los Angeles gesandt. Bei den 11. Olympischen Spielen in Berlin im Jahr 1936 nahm bereits eine 69-köpfige Mannschaft teil, konnte jedoch keine Medaille erringen. Darunter auch 9 Wushu-Sportler, die die chinesischen Kampfkünste in der Welt vorstellen sollten.
Die Spiele von 1984 in Los Angeles waren die ersten, an denen sowohl Sportler aus Taiwan als auch aus der Volksrepublik China gleichzeitig an Olympischen Sommerspielen teilnahmen. - Die XXIX. Olympischen Sommerspiele werden vom 8. August bis zum 24. August 2008 in der chinesischenHauptstadt Peking ausgetragen. Es sind die ersten Olympischen Spiele, die in der Volksrepublik China stattfinden werden. Den Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erhielt Peking am 13. Juli 2001.
- Nach Berlin (1936), Mexico-Stadt (1968), Moskau (1980) und Seoul (1988) wird damit zum fünften Mal eine Stadt in einem autoritären Staat zum Austragungsort von olympischen Sommerspielen. Die IOC-Evaluierungs-Kommission legitimierte in einem Bericht das „politische System“ in China als „funktionierend für China“ („working for China“) und meinte weiterhin: „Die allgemeine Präsenz starker Kontrolle und Unterstützung durch die Regierung ist gesund…“ („The overall presence of strong governmental control and support is healthy…“).
- Das grafische Logo der Olympischen Sommerspiele 2008 symbolisiert das „Tanzende Peking“. Es besteht aus dem kalligraphischen Symbol für das Wort „jing“, in der Form eines Athleten, vor einem roten Hintergrund. Die geöffneten Arme der Figur stellen die Einladung Pekings an die Welt da und stehen mit dem Slogan der Spiele „One world, one dream“ im Einklang.
- Aller Voraussicht nach wird es einen Teilnehmerrekord und mit einem Maximum an 204 teilnehmenden Nationen geben, denn einerseits werden die Marshall-Inseln als eigenständiges Teilnehmerland (mit eigenem NOK) anerkannt und andererseits werden Montenegro und Serbien im Hinblick auf deren Unabhängigkeitsbestrebungen getrennt teilnehmen. Befriedigend ist die Aussicht, dass derzeit Süd- und Nordkorea über ein gemeinsames Team für die Olympischen Sommerspiele 2008 verhandeln.
- Ein Teil der Wettbewerbe findet außerhalb Pekings statt, so in Qingdao (Segeln), Qinhuangdao, Shanghai, Shenyang und Tianjin (Fußball). Daneben werden die Reitwettbewerbe in Hongkong ausgetragen. Das bedeutet gleichzeitig, dass zwei NOKs an der Austragung der Spiele beteiligt sind. Das gab es vorher nur bei den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne, als die Reiterwettbewerbe in Stockholmausgetragen werden mussten.
Vorgesehen sind 302 Wettbewerbe in 28 Sportarten, ein Wettbewerb mehr als vier Jahre zuvor in Athen. Teilnehmende Athleten: 10.500. - Die Maskottchen der Olympiade 2008 sind: „Beibei, Jingjing, Huanhuan, Yingying und Nini“, the „Five Friendlies“ genannt. Sie repräsentieren vier der populärsten Tiere Chinas:
› Beibei, der Fisch steht für alle Wassersportarten
› Jingjing, Panda steht für alle Kampf- und Kraftsportarten (Song-Porzellan)
› Huanhuan repräsentiert das olympische Feuer (Dunhuang-Grotten)
› Yingying, die tibetische Antilope steht für alle Ballsportarten (Weite des Landes)
› Nini, die Schwalbe repräsentiert die Leichtathletik und Turnsportarten (auch Yanjing)
Gleichzeitig symbolisieren diese Maskottchen auch die fünf daoistischen Elemente, Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall, gehalten in den Farben der olympischen Ringe.In China ist es ja eine alte Tradition durch Zeichen und Symbole Segenswünsche zu verbreiten. Und genau das will man mit den fünf Maskottchen erreichen, so will man Reichtum, Freude, Leidenschaft, Gesundheit und Glück in die Welt hinaustragen.
Die Bedeutung der Olympischen Spiele für China
- Mit der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), China die Organisation der Olympiade 2008 anzuvertrauen, ist das Reich der Mitte ja erstmals der Austragungsort einer internationalen Veranstaltung dieser Größenordnung und dieser Bedeutung in aller Welt.
- Allein an den kleinen Maskottchen kann man sehen, wie viele Gedanken man sich für die Olympiade gemacht hat. Bei genauer Hinsicht die ganze Organisation der olympischen Spiele betreffend, kann man eine tiefe Sehnsucht der Chinesen erkennen, endlich Teil der Weltgemeinschaft zu werden. — Man will sich und der Welt etwas beweisen.
- Für China ist die Olympiade ein weiterer Schritt in die Richtung, ein wichtiges und respektiertes Mitglied in der internationalen Staatengemeinschaft zu werden und damit die vergangenen 200 Jahre der Krise, Unterdrückung und des geschichtlichen Chaos in China hinter sich zu lassen.
- Das Motto der Spiele ist:
1. Grüne Olympische Spiele,
2. High-Tech-Olypmische Spiele,
3. Kulturelle Olympische Spiele - Die Bedeutung der Olympischen Spiele 2008 für China zeigt sich in allen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere aber natürlich auf dem Wirtschaftssektor. Seit China den Zuschlag für die Austragung der Veranstaltung erhalten hat, werben alle großen und bekannten Konzerne und Firmen des Landes damit, Partner und Sponsor der chinesischen Olympischen Spiele zu sein. Wer möchte, dass sein Markenname bei der Bevölkerung ankommt, der trägt das Olympia-Logo neben seinem Markennamen — sei es in der Fernsehwerbung, auf Plakaten und Werbetafeln, an Bushaltestellen oder in U-Bahnen. Olympia ist omnipräsent.Insgesamt sollen allein in Umweltschutzmaßnahmen 71.3 Milliarden Renminbi investiert worden sein.
Staatliches Engagement für die Olympiade
- Genauso wie bei den privaten Unternehmen ist Olympia auch in vielen Bereichen allgegenwärtig, die durch den Staat des totalitären Landes kontrolliert werden. Viele Behörden sind mit der Veranstaltung auf die ein oder andere Weise beschäftigt.
- In Beijing gibt es mittlerweile Bildungsprogramme, die den Menschen ein besseres Benehmen beibringen sollen — im Hinblick auf die vielen internationalen Gäste, die man für Olympia 2008 in Beijing erwartet.
V. Wushu als Wettkampf- / Vorführdisziplin während der Olympiade 2008
- Angesichts der Olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing gab es Bemühungen, Sport-Wushu als weitere olympische Disziplin einzuführen. Im Oktober 2005 wurde dies jedoch vom Internationalen Olympischen Komitee abgelehnt.
- Das IOC zollt mit der Genehmigung eines „Wushu Turniers Peking 2008“ zum Zeitpunkt und am Ort der Olympischen Spiele Peking 2008 den traditionellen chinesischen Kampfkünsten besonderen Tribut. Das Wushu-Turnier findet vom 21.-24. August 2008, also vom 13.-16. Wettkampftag der Olympischen Spiele statt, wird jedoch außerhalb des offiziellen Wettkampf-Programms ausgetragen. Erwartet werden 120 Aktive aus 25 nationalen Verbänden. Die Athletinnen und Athleten werden allerdings nicht an der Eröffnungs- und Schlussfeier teilnehmen oder bei den Delegationen untergebracht sein. Die alleinige Verantwortung für den Ablauf der Wushu-Wettkämpfe liege beim Internationalen Wushu Verband. IOC und NOKs tragen für die Austragung der Wushu-Wettkämpfe keine Verantwortung.
- Neue Wettkampfreformen im Hinblick auf eine Anerkennung des Wushu als Olympiadisziplin1. Entwicklung spezieller Wettkampfformen, die Bewegungen mit besonders anspruchsvollem, athletischem und turnerischem Schwierigkeitsgrad enthalten und die von Musik begleitet sein dürfen; im Taijiquan ist Musik ein „Muss“.2. Begrenzung der Wushu-Formen auf Changquan (Dao & Gun oder Qiang & Jian), Nanquan (Nandao für Frauen, Nangun für Männer), Taijiquan, Taijijian3. starke Veränderungen des Bewertungsindex und des Wettkampfreglements4. Einführung eines neuen 10-köpfigen Schiedsrichtergremiums
› Früher: 4 Eckschiedsrichter und ein Hauptkampfrichter, alle Kampfrichter bewerten bis max. 10 Punkten.
› Heute: 9 Schiedsrichter, eingeteilt in 3 Kleingruppen plus einem Hauptkampfrichter.
Eine Gruppe beurteilt die Bewegungsqualität (Guige), Mabu, Gongbu etc. (max. 5 Punkte)
Eine Gruppe beurteilt das Vorführungsniveau, Kraft, Rhythmus, Geist, Choreographie etc. (max. 3 Punkte)
Eine Gruppe beurteilt die Ausführung der Nandu-Dongzuo, Bewegungen mit speziellem Schwierigkeitsgrad (max. 2 Punkte) - Von offizieller Seite gibt es keine Stellungnahme zur Ablehnung des Wushu als olympische Disziplin. Folgende Gründe werden aber in internen Fachkreisen für die Ablehnung genannt:1. Die internationale Verbreitung des Wushu hat noch nicht das gewünschte Niveau erreicht. Zu große Unterschiede zwischen China und den westlichen Ländern.2. Die mangelnde Kenntnis über das Wushu hatte auch Folgen bei der Entscheidung des IOC, weil die IOC-Mitglieder nur wenig Ahnung von Wushu hatten. Wie will man über etwas entscheiden, das man nicht kennt.3. Sportpolitische Gründe, Gefahr dass die meisten Medaillen im Wushu an China gehen.4. Die neuen Wettkampfregeln waren noch nicht lang genug erprobt und können auch nicht alle Aspekte der chinesischen Kampfkünste erfassen. Schwierigkeiten der Messbarkeit.
Widerspruch: westliche und östliche Kultur (siehe Punkte 6)
- Angesichts der Olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing gab es Bemühungen, Sport-Wushu als weitere olympische Disziplin einzuführen. Im Oktober 2005 wurde dies jedoch vom Internationalen Olympischen Komitee abgelehnt.
- Das IOC zollt mit der Genehmigung eines „Wushu Turniers Peking 2008“ zum Zeitpunkt und am Ort der Olympischen Spiele Peking 2008 den traditionellen chinesischen Kampfkünsten besonderen Tribut. Das Wushu-Turnier findet vom 21.-24. August 2008, also vom 13.-16. Wettkampftag der Olympischen Spiele statt, wird jedoch außerhalb des offiziellen Wettkampf-Programms ausgetragen. Erwartet werden 120 Aktive aus 25 nationalen Verbänden. Die Athletinnen und Athleten werden allerdings nicht an der Eröffnungs- und Schlussfeier teilnehmen oder bei den Delegationen untergebracht sein. Die alleinige Verantwortung für den Ablauf der Wushu-Wettkämpfe liege beim Internationalen Wushu Verband. IOC und NOKs tragen für die Austragung der Wushu-Wettkämpfe keine Verantwortung.
- Neue Wettkampfreformen im Hinblick auf eine Anerkennung des Wushu als Olympiadisziplin1. Entwicklung spezieller Wettkampfformen, die Bewegungen mit besonders anspruchsvollem, athletischem und turnerischem Schwierigkeitsgrad enthalten und die von Musik begleitet sein dürfen; im Taijiquan ist Musik ein „Muss“.2. Begrenzung der Wushu-Formen auf Changquan (Dao & Gun oder Qiang & Jian), Nanquan (Nandao für Frauen, Nangun für Männer), Taijiquan, Taijijian3. starke Veränderungen des Bewertungsindex und des Wettkampfreglements4. Einführung eines neuen 10-köpfigen Schiedsrichtergremiums
› Früher: 4 Eckschiedsrichter und ein Hauptkampfrichter, alle Kampfrichter bewerten bis max. 10 Punkten.
› Heute: 9 Schiedsrichter, eingeteilt in 3 Kleingruppen plus einem Hauptkampfrichter.
Eine Gruppe beurteilt die Bewegungsqualität (Guige), Mabu, Gongbu etc. (max. 5 Punkte)
Eine Gruppe beurteilt das Vorführungsniveau, Kraft, Rhythmus, Geist, Choreographie etc. (max. 3 Punkte)
Eine Gruppe beurteilt die Ausführung der Nandu-Dongzuo, Bewegungen mit speziellem Schwierigkeitsgrad (max. 2 Punkte) - Von offizieller Seite gibt es keine Stellungnahme zur Ablehnung des Wushu als olympische Disziplin. Folgende Gründe werden aber in internen Fachkreisen für die Ablehnung genannt:1. Die internationale Verbreitung des Wushu hat noch nicht das gewünschte Niveau erreicht. Zu große Unterschiede zwischen China und den westlichen Ländern.2. Die mangelnde Kenntnis über das Wushu hatte auch Folgen bei der Entscheidung des IOC, weil die IOC-Mitglieder nur wenig Ahnung von Wushu hatten. Wie will man über etwas entscheiden, das man nicht kennt.3. Sportpolitische Gründe, Gefahr dass die meisten Medaillen im Wushu an China gehen.4. Die neuen Wettkampfregeln waren noch nicht lang genug erprobt und können auch nicht alle Aspekte der chinesischen Kampfkünste erfassen. Schwierigkeiten der Messbarkeit.
Widerspruch: westliche und östliche Kultur (siehe Punkt 1 Abschnitt 2 + Punkt 5)
Taijiquan als Erbe der Lebenspflege-Kultur: Innere und äußere Kultivierung!
- Der Gebrauch des Köpers
(→ „Außen)- Den Körper kräftigen und vor Schaden bewahren. Den Kreislauf von Qi kräftigen und vor Schaden bewahren.- Leistungssport versucht größtmögliche Steigerung von Leistung. Das geht auf Kosten der Gesundheit (Verletzungen, Abnutzung von Gelenken, (Energieverlust → Qi-Verlust, lange Regenerationsphasen nach Wettkämpfen).- Im Taijiquan wird der Körper ständig gefordert, aber nie überfordert. Wenn ein Taiji-Übender, der im Alter über die Zipperlein klagt, die er sich durch seine Übungen zugezogen hat, hat kein gutes Taiji geübt.- Die Leistung, den Körper vor Verletzung und Krankheit zu bewahren, ist nicht messbar. Das „was wäre gewesen, wenn“ ist bei Fragen der Gesundheit immer in hohem Maße Spekulation.- Die Qualität einer Wushu-Übung lässt sich nur bis zu einem gewissen Grad von außen beurteilen. Sichtbar ist die Qualität der körperlichen Bewegung, die Qualität von Qi und Geist ist nur atmosphärisch wahrnehmbar. Wushu legt großen Wert auf eine Verbindung von Innerer und Äußerer Kultivierung - Der Gebrauch des Geistes
(→ „Innen“)- Die Kultivierung des Geistes umfasst nicht nur die Übung von Aufmerksamkeit (die ja bei sehr vielen Sportarten eine große Rolle spielt), sondern nicht zuletzt die Praktizierung der „innere Leere“. Die Leere ist ein wichtiger Begriff im Rahmen der Meditation: Ein Zustand, der ungestört von Gedanken oder Wünschen ist, die eine unmittelbare Erfahrung von Gegenwart verhindern. In diesem Sinne bedeutet die Leere des Herzens auch einen Zustand größter Offenheit. Sie ist, daoistisch gesprochen, der Zustand, in dem Übenden das Dao präsent ist.- Meditative Erfahrungen dieser Art lassen sich in ihrer Qualität nicht objektivieren und nicht messen. Der Geist des Taiji-Übenden kann demnach nicht zum Wettkampf antreten. Dem leeren Herzen fehlt außerdem das Bedürfnis, Wettkämpfe zu gewinnen.- Chinesische Texte über Taijiquan heben außerdem die Bedeutung der Mitte hervor, das Einhalten der Mitte sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht. Das Spektakuläre am Wettkampf ist es, erster zu sein, am weitesten zu kommen, über alle anderen herauszuragen. Die Mitte ist hingegen eine unspektakuläre Angelegenheit, da sie ja das Gegenteil der Extreme des Ersten, Weitesten und Schnellsten bildet.- Dementsprechend zeigen sich echte Meister des Taiji, und wohl generell des Wushu, trotz ihrer Meisterschaft eine große Bescheidenheit. (Viele so genannte „Meister“ zeigen sich freilich, in China wie im Westen, eher unbescheiden!) Echte Meister und ernsthafte Schüler stellen ihr Können nicht zur Schau und ziehen es vor, ihre Kampfkunst nicht im Kampf einsetzen zu müssen. Philosophisch hat das nicht nur mit dem Einhalten der Mitte zu tun, die ja im gesamten traditionellen chinesischen Weltbild eine große Rolle spielt. In dieser Bescheidenheit zeigt das Taijiquan sein Erbe der daoistischen Philosophie, in der das weiche, nachgiebige Wasser gerühmt wird, das nach unten strebt und nicht in die Höhe. Der Daoist zieht sich aus dem Wettstreit der Gesellschaft um Rang und Namen bewusst zurück. Im Daodejing 24 heißt es: „Wer auf Zehenspitzen steht, steht nicht fest.“ Der Daoist handelt auf eine Art, die man Wuwei nennt: Er handelt achtsam und einfühlend und dabei effektiv. Sein Handeln ist für andere so unmerklich, dass es „Nicht-Handeln“ genannt wird. - Abendländischer Heldenmythos und chinesische Kampfkunst
– Der moderne Leistungssport beinhaltet den westlichen Mythos des Helden bzw. heldenhaften Kämpfers, der bis in die Antike zurückreicht. Dieser Mythos besteht darin, sich durch Mut und Kampfkraft in Situationen bewähren zu können, in denen alles gegen einen spricht. Dementsprechend gibt es auch den tragischen Helden, der gegen alle Widerstände seinen Mut und Kampfkraft eingesetzt hat, aber dennoch gescheitert ist. Dem Zuschauer des Leistungssports geht es nicht zuletzt darum, Heldendramen zu verfolgen, das heißt, die Dramen der siegreichen und tragischen Helden mitzufühlen.- Im traditionellen China gibt es einen anderen Mythos: Den Mythos des klugen Strategen, wie wir ihn in der „Kriegskunst“ von Sun Zi (6./5. Jh. v. Chr.) kennen lernen. Der wahrhaft große General ist hier nicht der, mit Mut und Kampfkraft, also in der blutigen Schlacht Mann gegen Mann und Heer gegen Heer die Übermacht des Feindes überwindet. Seine Strategie ist vielmehr ebenfalls die von Wuwei, das heißt, er ist Meister darin, die Lage in seinem Sinne zu nutzen. Er hat eine feine Wahrnehmung für all ihre strategischen Faktoren und wählt den Weg zum Sieg, der die geringsten Opfer bei allen Beteiligten erfordern. Er ist vor allen Dingen wach und schlau. Sein Kämpfen sieht aus wie Nicht-Kämpfen, und deshalb sind die größten Generäle so unbemerkt erfolgreich, dass sie sich keinen Namen großen Namen machen. Der wahre Held ist hier einer, der gar nicht als Held in Erscheinung tritt.
Resümee
Letztlich ist als olympische Disziplin nur ein Wushu denkbar das sich in seinem Wesen verändert und seine Zielsetzung dem modernen Leistungssport angeglichen hat.
Wushu als akademisches Fach an chinesischen Sportuniversitäten
Seit Mitte der 1950er Jahre kann man Wushu als Fach an chinesischen Universitäten studieren.
Wushu gehört zur Fakultät „Traditionelle volkstümliche Sportarten“ (Chuantong minzu tiyu) und seit 1997 kann man im Fach Wushu auch promovieren. Bis 2006 war das Promotionsstudium nur an der Shanghai Sportuniversität möglich. Damals gab es nur zwei Doktorväter Prof. Qiu Pixiang und Prof. Cai Longyun. Mittlerweile gibt es in China und auch in Südkorea mehrere Universitäten, die ein Wushu-Promotionsstudium anbieten.
Aufbau des Studiums:
- Bachelor 4 Jahre, Schwerpunkt liegt auf der Praxis (täglich), aber auch Sportphysiologie, Sportpsychologie und marxistische Erziehung stehen auf dem Stundenplan.
- Master, 2 Jahre, vorwiegend theoretisches Studium mit min. 9 Wochenstunden Praxis. Neben Sportphysiologie, Sportpsychologie & Pädagogik stehen Philosophie und Geschichte auf dem Stundenplan.
- PhD, 3 Jahre, vorwiegend theoretisches Studium mit min. 9 Wochenstunden Praxis. Philosophische und medizinische Aspekte sowie das eigene Forschungsgebiet stehen im Mittelpunkt.
Von chinesischer Seite gibt es Bemühungen, Wushu auch an anderen Sportuniversitäten weltweit als Studienfach einzuführen, in Deutschland werden diesbezüglich rege Kontakte mit der Sporthochschule in Köln gepflegt.


